Wut
AAAAAARRRRGGGG, ich bin wütend !!!!
Teufel, so sauer war ich schon Ewigkeiten nicht mehr ! Grund dafür sind unsere herzallerliebsten Vermieter, die leider Gottes im selben Mehrfamilienhaus, schräg unter uns wohnen…
Nun begab es sich gerade eben, dass es klingelte und vor unserer Wohnungstür der Vermieter stand, der fragte, wann wir denn das letzte Mal unseren Abschnitt des Treppenhauses saubergemacht hätten. Zugegeben, das war schon etwas her, und ich wurde die Treppen heruntergeführt, damit ich plan auf den dreckeligen Boden vor unserer Tür gucken sollte. Dann hieß es natürlich, dass es unsere Verpflichtung sei, jeden Samstag durchzuwischen- na gut, dass kann ich ja verstehen, aber als es dann an die Reinigungsmethoden ging, war ich erst mal verwirrt. Es hieß, ich würde ja immer nur mit dem Schrubber und einem Aufnehmer durchwischen, und das würde ja geradeeinmal ZWEI MINUTEN dauern ! Teufel noch eins, bei 16 Stufen und etwas Fußboden dauert das halt nicht länger! Was soll ich machen?! Vielleicht mir zwischendurch ein Tässchen Tee eingießen oder mal so richtig ausgiebig den Aufnehmer auswringen- so richtig ausgiebig -, damit die Vermieter, die ja sowieso immer hinter ihrem Spion-Guckloch an der Tür kleben und die Zeit nehmen, zufrieden in ihr Wohnzimmer zurückkehren können und sich noch mehr Sachen per Versand bestellen, der sowieso hier täglich an des Vermieters Tür klopft (es vergeht wirklich kaum ein Tag ohne dieses Piepsgeräusch, das dieses komische elektronische Unterschriftendings der Post macht, wenn man auf die Tasten drückt!)!
Dann bekam ich zu hören, dass ich mich ja nie mal bücken würde beim Putzen (bitte- kein perverses Grinsen jetzt !), immer würde man nur den Schrubber und darüber das Wischtuch benutzen, aber dabei würde überhaupt nicht grünlich geputzt ! Sei das denn so schwer sich einmal zu bücken ?
„Häh ??!!!“ ,dachte ich mir,“ die Treppe wird doch sauber, und das machen wir nunmehr seit dreieinhalb Jahren immer so, warum muss ich auf dem Boden rumkriechen ? Okay, die Vermieter hätten mehr zum Gucken, aber sauberer wird’s nicht !“
Und dann der Grund- in den Ecken sei es ja so schmutzig (demonstrativ pulte der Vermieter in der Ecke einer Treppenstufe herum und förderte ein wenig Sand zutage), die Nachbarn hätten sich schon beschwert…
…
Irgendwas in meinem Inneren packte darauf die Koffer, puzte noch mal die Ecken durch und verschwand, ich glaube es war der Glaube an das Gute im Menschen. Wie benommen stand ich nun da und hörte mir die anklagenden Worte des Vermieters an, dass das nur weggehe, wenn man sich bücken würde und sich nicht zu fein ist, auch mal mit den Händen aufzuwischen, und überhaupt, warum denn meine Freundin sich nicht auch mal bewegen würde…!
Mit den Sache mit den Ecken war ich echt überfordert, und ich war froh, als der Vermieter endlich sich in seine bestimmt lupenreine Wohnung zurückzog.
Stinksauer stapfte ich in meine Drecksbude, holte Waschzeug, goss mindestens doppeltsoviel Putzmittel wie nötig ins Wasser (das Putzmittel war übrigens auch ein Geschenk der Frau des Vermieters- nach ein paar Wochen nach dem Einzug hatte sie es uns geschenkt, weil das Mittel, das wir bisher benutzten, die Kacheln nicht glänzend machte) und begann mit der Hand die Fußbodenleisten zu wischen, dann die beschissenen Ecken (darf man das sagen ? Ist mir jetzt egal, bin sauer…), und zwar sehr ausgiebig. Dann kam die Treppe dran, ebenfalls handgeputzt, wobei ich wirklich jeglichen Schmutz mit den Fingernägeln aus den Ecken fummelte, wahrscheinlich sogar den zukünftigen…dazu noch alles abgewischt, was im entferntesten dreckig sein KÖNNTE…
Plötzlich Geräusche~~~ schau an, die Frau des Vermieters kommt vom Einkaufen, oder so- noch kann sie mich nicht sehen- sie geht in ihre Wohnung und es bleibt vorerst ruhig….
Plötzlich geht die Tür wieder auf und mit den Worten: „Wischen sie auch mal RICHTIG durch ?“ wurde ich begrüßt. Die Nachbarn hätten sich schon beschwert, und ich müsse regelmäßig putzen, und gefälligst auch mit der Hand aufwischen, denn die Ecken seien so dreckig und niemals würde ich mich bücken !
Ich sagte ihr, dass ihr Mann bereits so freundlich war, mich darauf hinzuweisen, so dass sie schließlich mit argwöhnischem Blick auf die Treppenstufen wieder verschwand.
Nun war ich endgültig am Ende; und ich bin mir sehr wohl bewusst, dass sich jede Menge Frust und Ärger im Laufe der Jahre in mir angesammelt haben, die sich aber bisher in meinem Innersten sehr gut vertragen und vielleicht miteinander Tee trinken oder die Kulturnachrichten lesen, aber dies war der Punkt an dem ich beinahe den Teetisch da drinne umgeworfen hätte und die beiden gefragt hätte, was sie eigentlich da treiben und dass sie gefälligst mal an die Frische Luft sollten!
Ich hätte wirklich einen Doppelmord begehen können, im Kampf gegen die Spießigkeit ! Wenn wir schon solche verkrampften Nachbarn haben, die auf den Schmutz in den Ecken in der Treppenstufen achten (und weißgott, die Stufen sind dunkel und bestehen aus einem Konglomerat aus Beton und dunklen Steinen, Kieseln etc, dazu schwarze Geländerstreben und ein kleines Fenster, das die Szenerie beleuchtet; zudem sind diese „Ecken“ winzig, ich würde mal sagen, eine Fläche von ca. 10mm²- wirklich!), haben anscheinend nicht besseres zu tun ! Stimmt, unsere Vermieter haben nichts zu tun- beide Rentner, die sich täglich neue Socken bestellen, nur damit sie auf den Postboten warten können um so ein wenig Action in ihr Leben zu bringen. Wenn es ihnen Genugtuung verschafft, sich über solche wirklich aberwitzigen Kleinigkeiten auszulassen und ihre Mieter anzumeckern, dann haben sie bald Action in Form eines Auszuges- und sicher werden die beiden hinter ihrem Spion kleben und alles begutachten, was und wie etwas runtergetragen wird….
In so einem Haus will ich nicht mehr leben, aber leider sind wir noch darauf angewiesen… auf jeden Fall werde ich Frau Vermieterin ihr doofes Putzmittel wieder in die Hand drücken.
Außerdem putze ich demnächst die Ecken jedes Mal mit ner Zahnbürste, in der Hoffnung, dass die beiden dieser Absurdität selbst gewahr werden…
Toll, wenn man dann wieder stinkwütend in seine Wohnung zurückkehrt, hat man die besten Ideen… meine Freundin meinte, ich hätte sagen sollen, dass ich tatsächlich Rückenprobleme hätte.
Ach ja, Minuten später, nach der Standpredigt der Vermieterin, holte sie sich selbst Eimer und Wischmob und fing an zu Putzen, wohl um mir zu zeigen, wie es richtig gemacht wird; dann, als ich wieder in unserer Wohnung war, hörte man sie sich mit einem anderen Mieter unterhalten, wie schlimm das doch alles sei ! Ihr Mann habe mehrere Operationen hinter sich und sie selbst putze auch den ganzen Tag, und ihr Sohn sei ja so fleißig und schaffe ja so viel (ich kann mir vorstellen, dass der sicherlich heftigst unter dem Druck seiner Eltern steht (Einzelkind))- und die da oben könnten sich ja noch nicht mal beim Putzen bücken ! So ging das dann so weiter, und der arme Mieter musste sich ihre Lebensgeschichte anhören…
Hui, ich sehe gerade, ich hab knapp zwei DIN A4 Seiten vollgeschrieben- ich sollte mich abregen…irgendwie klappt das nicht…
Tut mir leid, wenn ich jetzt irgendwen erschreckt habe, aber heute ist eine Welt zusammengebochen… ich hoffe euch geht es gut ihr hatten einen schönen Tag- das Wetter war heute wirklich schön…
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